Politischer Standort
Die Sozialdemokratie unterscheidet sich von kommunistischen Bewegungen dadurch, dass sie die sozialen Probleme nicht durch eine Revolution der Arbeiterklasse, sondern durch Reformen zu bekämpfen versucht.
Dabei steht sie dem Linksliberalismus nahe, der allerdings dem Staat nicht - wie die Sozialdemokratie - die entscheidende Rolle bei der Lösung aller politischen Probleme zuweist.
Von Kommunisten wurde der Sozialdemokratie wegen des Verzichts auf gewaltsame Veränderung der Verhältnisse immer wieder Verrat an der Arbeiterklasse vorgeworfen. Von rechtsstehenden Kreisen wurde die Sozialdemokratie oft mit den Kommunisten gleichgesetzt, ihre demokratische Prägung als Tarnung diffamiert.
Geschichte
Die Sozialdemokratie hatte ihre Anfänge in Deutschland in der gescheiterten Revolution von 1848. Zu dieser Zeit entstanden die ersten Arbeitervereine, die jedoch noch keine nachhhaltige politische Wirkung erzielen konnten und 1854 verboten wurden.
1863 gründete Ferdinand Lassalle den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), der sozialdemkratische Ziele vertrat. 1869 wurde die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands (SDAP) in Eisenach gegründet, 1875 in Sozialistische Arbeiterpartei (SAP) und schließlich 1890 in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) umbenannt. Trotz der Bekämpfung der Sozialdemokratie durch Bismarck (Sozialistengesetz) wurde sie zur stärksten politischen Kraft in Deutschland und kam nach dem von Deutschland verlorenen Ersten Weltkrieg an die Macht. Während der Weimarer Republik war die SPD größte staatstragende Partei und wurde